Schwerkranker Sportler möchte selbstbestimmt leben


Dumbsky möchte in eine betreute Wohnung umziehen, um wieder eigenständig zu leben. Sein Wunsch droht an der ungeklärten Finanzierung zu scheitern. Der Weg in die völlige Hilfsbedürftigkeit hat für Uwe Dumbsky nur wenige Wochen gedauert. Vor dem April 2001 war der heute 36-Jährige ein Extremsportler. Er spielte Fußball, stand beim Bezirksligisten SV Übermatzhofen im Tor und war als Spielertrainer für die Fitness seiner Kameraden zuständig. Uwe Dumbsky rauchte nicht und trank keinen Alkohol.

Uwe Dumbsky brachte eine Odyssee durch die Krankenhäuser Bayerns hinter sich, bis Spezialisten der Universität in München herausfanden, welchen Namen die plötzlich eingetretenen Lähmungen haben. Er leidet an der sehr seltenen "demyelinisierenden Enzephalomyelitis", einer Entzündung des zentralen Nervensystems. Noch schwieriger, als die Diagnose zu erhalten, war es, einen Arzt zu finden, der sich zutraut, das narbige Gewebe in der Nähe von Uwe Dumbskys Hirnstamm zu entfernen. Die Suche führte zu einem Chirurgen in den USA. Die Operation sollte sehr teuer sein.

Deshalb begannen die Fußballkollegen, Geld zu sammeln. Sie richteten ein Spendenkonto ein, mobilisierten die Mitglieder von Sportvereinen aus der Treuchtlinger Gegend, ließen für eine Versteigerung Trikots von Bundesligamannschaften signieren und veranstalteten ein Benefiz-Spiel. Die Sportfreunde waren erfolgreich und bald lagen mehrere tausend Euro auf dem Konto. Doch es kam gar nicht erst zum Versuch einer operativen Therapie, weil auch der amerikanische Arzt das Risiko als zu hoch und die Erfolgsaussichten als zu niedrig einstufte.

Inzwischen sitzt Uwe Dumbsky in seinem Zimmer. Er kann nicht sprechen, nicht schlucken, nicht allein aufstehen. Nur die Hände gehorchen ihm gerade genug, dass er seinen Computer bedienen und sich mit Hilfe eines Buchstabenbrettes mitteilen kann. Während der Nacht ist Uwe Dumbsky künstlich beatmet.

Seine Familie, zwei Brüder, die Schwester, der Stiefvater, lassen ihn keinen Augenblick allein, weil stets eine lebensbedrohliche Situation eintreten könnte, in der Uwe Dumbsky sich selbst nicht helfen kann. Die Hauptlast der Pflege liegt jedoch bei der Mutter. Sie versorgt den Sohn Tag für Tag, obwohl ihre Kräfte das eigentlich gar nicht mehr zulassen. Sie müsste sich einer Hüft-Operation unterziehen, hat den Termin jedoch immer wieder verschoben, weil sie weiß, dass sie ihren Sohn anschließend nicht mehr versorgen können wird.

Uwe Dumbsky leidet vor allem darunter, dass er als Erwachsener ins Elternhaus zurückziehen, seine Unabhängigkeit aufgeben musste. Er möchte wieder ein eigenständiges Leben führen. Aufgrund seiner Einschränkungen ist das nur im Rahmen eines betreuten Wohnens möglich. Uwe Dumbsky braucht ganztägige Pflege. Mit ihrer Hilfe könnte er seinen Tagesablauf unabhängig strukturieren und sogar in einer beschützenden Werkstatt arbeiten.


Uwe Dumbskys Krankenkasse weigert sich bislang die Kosten für diese Versorgung zu übernehmen.

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