Herr Bürgermeister, helfen Sie


VON B. WITTMANN
Sie klappert mit den Zähnen, wenn sie Hunger hat. Sie bewegt ihren Mund wie ein Fisch, wenn sie geküsst werden möchte. Und sie weint einfach, wenn sie sonst wie Hilfe benötigt.

Sevilay Semiz (13) kann sich ihrer Umwelt nur mit Gesten mitteilen. Das hübsche Münchner Mädchen ist unheilbar krank. Seit ihrem ersten Lebensjahr muss Sevi künstlich beatmet werden. Sie ist rund um die Uhr an eine Beatmungsmaschine angeschlossen. Sevis Mutter Senay (36: "Von Geburt an litt unsere Tochter an Anämie und Sauerstoffmangel."

Sevi lebt in einer Einrichtung für "Betreutes Wohnen" des Heimbeatmung Brambring Jaschke GmbH in Eching. Doch der ambulante Hilfsdienst, der gerade mit dem vom Bonner Chefarzt Professor Dr. Walter Möbius (66) ins Leben gerufenen "Deutschen Krankenpflegepreis" ausgezeichnet wurde, fürchtet nun schwere Rückschläge in der erfolgreichen Arbeit mit Sevi.

Denn: das Sozialamt hat die Zahlung für die Betreuung beim Unterricht auf einer Spezialschule sowie Zuschüsse für die Grundpflege eingestellt. Grund ist die neueste Gesetzgebung. Christoph Jaschke, Geschäftsführer vom Heimbeatmungsservice: "Ein unglaublicher Bürokratie-Wahnsinn und totale Ignoranz gegenüber dem Schicksal eines behinderten Kindes." Sevis Vater Halil (41), Fahrer bei der städtischen Straßenreinigung, und seine Frau Senay haben jetzt an OB Christian Ude geschrieben, um ihrer Tochter zu helfen.

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